Die k-o-s-t Methode
k-o-s-t steht für
Körperorientierte SprachTherapie
Susanne Codoni begann mit der Entwicklung des Konzeptes während ihrer Tätigkeit als Leiterin des logopädischen Dienstes Basel Stadt das Konzept der körperorientierten Sprachtherapie.
k-o-s-t geht von der Grundannahme aus, dass Sprachstörungen in den meisten Fällen von leichten bis schweren körperlichen Dysfunktionen begleitet sind.
k-o-s-t versteht sich sowohl als aktives Konzept zur gesamtkörperlichen Stimulation des Patienten, und auch als interaktives Netzwerk mit allen an der Therapie beteiligten Personen.
Das Konzept übernimmt als Basistherapie eine Scharnierfunktion zwischen Schulmedizin, Komplementärmedizin, (päd)agogisch-therapeutischen Massnahmen, myofunktioneller und logopädischer Therapie.
Das Ziel von k-o-s-t ist es, den Menschen nicht nur von oberflächlichen Symptomen zu befreien, sondern gestörte Körperenergien zu regulieren und das Potenzial zu Selbstheilung durch individuell angepasste Unterstützung zu «wecken».
In Anlehnung an Virginia Satir versteht sich k-o-s-t als holistisches Konzept.
Unter Holismus (griechisch «hólos» = ganz) versteht man die philosophische Lehre, welche alle Erscheinungen des Lebens aus einem ganzheitlichen Prinzip ableitet. Die holistische Medizin sieht den Menschen nicht nur als eine Einheit von Körper, Geist und Seele, sondern betrachtet das Individuum auch noch zusätzlich in Beziehung zu seiner Umwelt.
Während der Anwendung von k-o-s-t können Patienten und Angehörige verstehen, wie – und mit welchen Zielen – diese Behandlungsform durchgeführt wird. Mit dieser Teilhabe wird ein (erwünschtes) aktives Mitgestalten des Therapieprozesses ermöglicht.
k-o-s-t schafft somit Bedingungen, in denen sich das Wünschenswerte ereignen kann.

Die 5 Freiheiten nach Virginia Satir
- Die Freiheit zu sehen und zu hören, was im Moment wirklich da ist, anstatt was sein sollte, gewesen ist oder erst sein wird.
- Die Freiheit das auszusprechen, was ich wirklich fühle und denke, und nicht das, was von mir erwartet wird.
- Die Freiheit zu meinen Gefühlen zu stehen, und nicht etwas anderes vorzutäuschen.
- Die Freiheit um das zu bitten, was ich brauche, anstatt immer erst auf Erlaubnis zu warten.
- Die Freiheit in eigener Verantwortung Risiken einzugehen, anstatt immer nur auf Nummer sicher zu gehen und nichts Neues zu wagen.
Virginia Satir (1916 – 1988) war eine der bedeutendsten Familientherapeutinnen.
Oft wird sie auch als Mutter der Familientherapie bezeichnet.
Zitiert aus «Mein Weg zu dir – Kontakt finden und Vertrauen gewinnen» Kösel, S.27
k-o-s-t im Orofazialen System und das Basler Lällekonzept der myofunktionellen Therapie (MFT)
Im Zentrum des Gesichtes stehen Zunge, Mund, Mundhöhle und Zähne – intime Zonen beim jungen und erwachsenen Menschen. Dahinter stehen – altersunabhängig – Menschen mit ihren Persönlichkeiten, ihren Empfindlichkeiten und Ängsten, ihren Stärken und Schwächen, ihren Bedürfnissen und ihrer Identität. Das Spezifische besteht darin, dass beschränkte strukturelle Einheiten (=orofaziales System) eine sehr große Anzahl von unterschiedlichen Funktionen übernehmen. Form und Funktion bedingen sich gegenseitig, Weichgewebe bewegt Hartgewebe und umgekehrt, wie das z. B. bei Interaktionen von Zungen-Lippen-Funktionen, Zahnstellungen und Sprechstörungen, Schlucken und Sprechen zu beobachten ist.
Das Modell Codoni (1997) zeigt 2019 in diesem Kontext, dass das orofaziale System im Netzwerk der gesamten muskuloskelettalen Einheit steht, und verdeutlicht die Zusammenhänge zwischen der Stellung des Ober- und Unterkiefers und deren Auswirkung auf die Körperhaltung.
Das «Basler Lällekonzept der MFT» («Lälli» = Zunge) definiert sich als ganzheitliche myofunktionelle Therapie, basierend auf dem Konzept k-o-s-t körperorientierte Sprachtherapie. Miteingeschlossen sind weitere Inhalte des MAS Studiums – modifiziert und übertragen in die heutige Zeit – auch Übungen von Garliner.
Literaturhinweise
Siehe «Funktionsorientierte Logopädie»
Kapitel 8.4./S. 128-131 – k-o-s-t im orofazialen System sowie
Kapitel 8.9./S. 135 -138 – das Basler Lällekonzept der myofunktonellen Therapie.